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Beginnender Abschied

Seitdem ich nicht mehr in Lokossa wohne, fliegt die Zeit noch einmal wesentlich schneller dahin, als zuvor. Daher seid bitte nicht allzu traurig, dass ich nicht jede Woche schreibe.
Die 20stündige Busfahrt in den Niger war mit einer Hungerkur verbunden, da es zwar Pausen gab, aber kein wusste wie lange diese waren und meistens reichten sie nicht aus, um schnell irgendetwas anderes zu essen zu besorgen, außer Fleisch. Dennoch blieben wir standhaft! Es begleitete mich ein Teil der Cotonouer Rasselbande, was mich sehr erfreute!
Der Niger ist viel viel ärmer als Benin. Das merkt man sofort, wenn man dieses Land betritt, da die Straßen so richtig schlecht werden, sodass ich sogar vom Bussitz wegen der viele Schlaglöcher geplumpst bin. Auch sind die Häuser außerhalb Niameys, der Hauptstadt, so gut wie alle aus Lehm gebaut und man hat den Eindruck, dass es vor 1000 Jahren in dieser Region genauso aussah.
Das Klima ist unheimlich trocken, sandig und die Sonne brennt richtig auf der Haut zur Mittagszeit. Man merkt das aber nicht so, da eine trockene und nicht wie in Cotonou eine feuchte Hitze herrscht. Die „Winterzeit“ mit dem Hamatan war noch nicht vorbei, als ich nach Niamey kam und ich fror unheimlich bei den morgendlichen Temperaturen von 18 Grad. Es wurde dann besser, als ich beschloss, mit Socken schlafen zu gehen. Nun bin ich aber erkältet. Wo soll das noch mal hinführen, wenn ich erst wieder in Deutschland bin???
Niamey ist eine ganz ruhige Stadt: keine Mototaxis, wenig Autos und die Menschen sehr entspannt. Es ist ein sehr islamisches Land. Andauernd kommt man durch irgendwelche Straßen nicht durch, da vielleicht 100 oder mehr Muselmänner in einer Reihe stehen und beten. Das ist wirklich ein beeindruckender Anblick.
Auch die Mode ist da anders. Es werden vor allem einfarbige Sachen getragen oder dezentere Stoffe als in Benin. Dennoch muss ich sagen, dass mir die knalligen Farben und die schrillen Farbkombinationen der Beniner nach einer Woche Entzug echt gefehlt haben und ich nun wieder froh bin, von ihnen umgeben zu sein. Ein wenig hab ich mich da auch schon angepasst. Ich sehe nun ein wenig bunter aus, als vorherJ.
Es gibt auch viele Tuareg in Niamey. Die sehen total schön aus, mit ihren Turbanen auf dem Kopf. Farblich ist das echt ein Augenschmaus. Auch sah ich Menschen, die der Gruppe der Peulh angehören. Sie waren ganz groß, schlank, hatten andere Stoffe an und auch ganz abgefahrene Frisuren. Ich konnte mich gar nicht an ihnen sattsehenJ! Die „Beniner“ sind ja eher klein und alles ist an ihnen rund, daher kam meine Begeisterung für die Peulh noch mal verstärkter auf.
Und ich sah Kamele!!! Die sind so wunderschön, doch es war ein komischer Anblick, ein vollgepacktes Kamel zu sehen und dahinter ein risengroßes Bürogebäude. Die Gegensätze, die man hier tagtäglich sieht, sind echt krass!
Alkohol ist ja in einem islamischen Land verboten, doch ich sah am Morgen schon einen Typen mit einem Tee- und Kaffebauchladen umhergehen, der auch unter der Hand hochprozentigen Schnaps an den Mann brachte…
Was mir jedoch total im Niger fehlte, war das Tanzen. Die Beniner tanzen immer, egal wo sie sind und mit allem, was ihnen zur Verfügung steht. Neulich sah ich erst, dass jemand beim Mopedverladen mit der Verkleidung des Mopeds auf de Straße tanzte. Ich fand das Bild echt unglaublich! Wirklich, was einem hier für Alltagsszenen tagtäglich geboten werden, möchte ich nicht mehr missen!
Na gut, ich sitz grad barfuß auf der Terrasse und werde nun weiter Hausarbeit schreiben. In nicht mal einem Monat bin ich wieder in Deutschland, oje, na mal sehen, wie das wird…zum Glück seid ihr ja da!
10.3.08 23:37


Ankunft in Cotonou

N’t kIn Cotonou ist so viel los, dass ich gar nicht so recht zum Schreiben komme, naja, das stimmt nicht ganz, weil ich hier Tags über Hausarbeit schreibe. In der Schule wurde ich mit Zeugnis und vielen Fotos ganz lieb verabschiedet, die Familie verabschiedete mich auch, obwohl sie zuerst dachten, dass ich nur das Wochenende wegführe, und so kam es für sie ein wenig überstürzt. Hier in Cotonou angekommen war ich richtig aufgeregt, weil ich schon seit zwei Wochen nicht mehr in der Stadt war und auch meine Freunde so lang nicht mehr gesehen hatte. Am nächsten Tag ging ich gleich den Entwicklungshelfertrupp besuchen und schon auf dem Hinweg wurde ich von Freunden begrüßt und zum Essen eingeladen! ES waren auch fast alle da, sogar welche aus dem hohen Norden und auch aus Abomanien kam der Vertreter angereist! Sehr schön! Hier, wo ich wohne, traf ich auf zwei superliebe Leute und wir drei, als DIE Rasselbande in der ganzen Sous- Région, machten dann für ein paar Tage Cotonou unsicher!Beinahe wär ich mit den beiden nach Ghana, Ouagadougou oder wohin sonst uns der Wind getrieben hätt, mitgereist, doch meine Vernunft siegte wiedereinmal und so sitz ich da und mach was für die Uni. Ich wurde neulich erst in das Geheimnis der blau-weißen Cafeterien eingeweiht, die hier überall so rumstehen. Ich dachte nämlich immer, dass das so ein Männerbiertrinktreffpunkt wäre, aber das ist ganz und gar nicht so. Man kann da gar kein Bier kaufen, sondern wirklich lecker essen gehen, sogar ein joghurtähnliches Dessert gibt’s da ! Diese Hütten stehen überall rum und sind immer gleich aufgebaut. Man setzt sich auf blaue Barschemel an die Hütte und da sind ein Mann mit seinem Campingkocher und ein Regal mit ein paar Lebensmitteln drin. Das Menü steht mit Kreide an einem halboffenen Holzkasten und in diesem befinden sich wiederum die Kochplatten, sodass man nicht sehen kann, was er da brützelt. In meinem Cartier, was übrigens sehr schön ist, so mit Sandstraßen und so, sind alle 10 Meter diese Cafeterien zu sehen. Ich hab aber schon meine Stammcafete gefunden! Ich hab noch gar nichts zu dem Geräuschen hier geschrieben. Also, alle fünf Minuten kommt ein Fahrradefahrer mit einer echt lauten Hupe vorbeigeradelt und das ist dann der Fanmilkverkäufer, also der Bursche hat leckeres Eis (Kein Europäisches, aber es ist auch nicht schlecht). Alle 15 Minuten kommt ein Bursche mit einem ca. 20cm großen Holzstück vorm Bauch vorbei und er klopft mit einem kleinen Stab da immer rauf, das gibt dann ein tocktocktock von sich. Dies tut er auch ganz regelmäßig. Das ist glaub ich der Schuhputzer, der so sein Klientel sucht. Tja, und dann gibt es noch die Frauen mit 100kg auf dem Kopf, die immer richtig laut brüllen, um ihre Ware anzupreisen, wie z.B. „peeenchooo“. Das heißt auf Deutsch „warmes Brot“ und ist hier eine Art Sandwich. Man bekommt dann ein halbes weiches Baguettebrot mit Mayonaise drin. Was die für eine Stimme haben, ist der Wahnsinn. Das könnt Ihr Euch nicht vorstellen! Das sind aber nur die Frauen, die das so gut können, mit dem Brüllen. Ich finde, dass die deutschen Marktschreier sich da echt noch mal was abgucken sollten. Am besten wäre es, wenn sie mal hierher fahren würden und dann mal bei einer solch, meistens sehr beleibten Dame, in die Lehre gingen! Naja, und wenn ich dann irgendwo sitze und was trinke, komme eh immer ganz viele Leute an, die irgendetwas verkaufen wollen. Ein Blickfang sind vor allem die Frauen, die ein rundes Tablett auf dem Kopf haben, wo lauter Kleiderbügel mit Klamotten befestigt sind. Man sieht eigentlich nur einen runden Kleiderständer auf zwei Beinen durch die Straßen schlendern und ab und zu auch was Schreien, um die Kundschaft anzulocken. Dies ist aber nicht so nachhaltig, wie bei den wandernden Essenverkaufsfrauen, wie gesagt, die haben es echt drauf!
14.2.08 00:00


Abschied von Lokossa

Alles ist hier nun schon in Aufbruchsstimmung und ich habe den Eindruck gar nicht mehr richtig in Lokossa zu sein, sondern mich eher schon zu den Cotonouoises zählen zu können, aber das tritt erst in ein paar Tagen ein, da ich dann mit Sack und Pack in die inoffizielle Hauptstadt fahren werde. Es ist schon komisch, dass ich bereits angefangen habe, mich von Leuten zu verabschieden und zu wissen, dass es mich höchst wahrscheinlich erst einmal nicht so schnell wieder nach Lokossa verschlagen wird. Manche Menschen haben mir hier so viel Gutes getan, dass es mir schon ein wenig schwer fällt, ihnen „tschüs“ zu sagen. In meiner Wohnung ist ein wenig Chaos ausgebrochen und ich bin schon ganz eifrig am Packen und Saubermachen. Es häuft sich doch schon einiges in so fast vier Monaten an. Ich glaub, dass ich nicht mehr die anfänglichen 15 Kg im Rucksack habe, mit denen ich hier angereist bin, dafür arbeitet der Schneider hier zu gut! Ich lass Euch, meinen „Nachfolgerinnen“, einen großen Zementsack mit lauten guten Sachen, wie Zeitschriften, Spielen, Lehrbüchern und Co. bei meiner Gastfamilie „ La main de Dieu“. Das ist das größte Haus Lokossas, naja, wie sollts auch anders sein, bei ner Zöllnerfamilie… Meine Lerner sind ganz traurig, dass ich nicht mehr hier bleiben kann, aber nun muss ich doch mal etwas für mein Studium machen. Morgen kommt das große Abschiedsfoto mit allen meinen Lernern vor der Schule. So hab ich dann wenigstens ein kleines Souvenir von ihnen. Leider machen mir manche Lerner auch Vorwürfe, da ich nicht länger bleiben kann und sie nun ihr Examen irgendwie und sie wissen auch nicht wie, vorbereiten müssen. Ohne Lehrer und Lehrmaterialien ist das ganz schön schwierig und das Examen ist wirklich schwer. Ich hätte mich eher gefreut, wenn sie sich bedankt hätten,d ass ich schon länger geblieben bin, aber was solls. Die älteren Lerner taten auch dies, einer sogar mit nem kleinen Geschenk,w as mich total verlegen machte. Das Wochenende in Lomé war ganz schön. Togo ist viel sauberer als Benin und es gibt sogar Mülleimer auf der Straße. Die Stadt ist wunderschön angelegt, so richtig am Golf von Guinea gelegen, doch leider verkommt sie gerade ganz schön, weil die Wirtschaft stagniert und das merkt man sehr deutlich. Die alten deutschen und französischen Kolonialbauten haben schon ihren Charme und die katholische Kirche im Zentrum sieht aus, wie eine deutsche Kirche! Ich war echt beeindruckt! Ich war aber dennoch angetan, dass man in einem „Straßenlokal“ eine richtige Speisekarte bekam. So etwas erhält man in Benin nur in den echt teuren Restaurants. Auch schreien einem die Kinder nicht so penetrant „Weißer, Weißer, guten Tag“ hinterher. Jedoch mag ich Benin doch lieber, weil ich mich hier mittlerweile echt heimisch fühle und es ein paar kleine unschöne Erlebnisse in Lomé gab. Der Kontrast ist aber auch enorm. In Lomé gibt es richtig viele Hochhäuser und daneben bauen dann Toglesen Salat an und wohnen in Hütten. Dann war ich noch im Goethe- Institut und wurde dort vom Leiter persönlich begrüßt und den anderen Mitarbeitern als „ Kollegin“ aus Benin vorgestellt. Sehr schön! Eine Einladung folgte dann auch gleich zur Einweihung des „Deutschen Lehrmittelzentrums“ in Cotonou. Naja, nun zurück nach Lokossa. Ich habe mich hier ein wenig mit einer Kanadierin angefreundet und deshalb kommen nun mal ein paar Fotos! Einen großen Dank möchte ich heute mal meinen Lesern zukommen lassen, da Ihr so regelmäßig an mich denkt und mich durch Benin begleitet! Das ist echt schön zu wissen!
13.2.08 23:58


Pädagogische Fortschritte

Und schon wieder ist eine Woche rum und meine Tage in Lokossa kann man schon an einer Hand abzählen.

 

Ich sehe dem ganzen mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Ich habe gestern während meiner Kurse gemerkt, dass mir die Lerner schon ans Herz gewachsen sind und dass es mir sehr Leid tut sie nun so im Ungewissen zu lassen. Ich kann ihnen ja nicht einmal den Trost geben, dass da irgendwann irgendjemand nach mir kommt… So rede ich mich dann immer ein wenig raus, was mir aber eher schlecht als recht gelingt. Naja, ich versuch noch möglichst viel meinen Lernern mit auf den Weg zu geben und hoffe, dass sich da doch noch irgendeine Möglichkeit auftut, dass sie weiter unterrichtet werden.

 

Einige Erfolge kann ich schon verzeichnen: Spiele Spielen klappt nun hervorragend und sie haben auch wirklich Freude dran- ich aber auchJ! Sie lernten aber auch viel und sind total motiviert. Ihre Scheu vor dem Sprechen verloren meinen Schüler, doch ich weiß, dass wir zu wenig geschrieben haben, weil ich so gut wie nie Hausaufgaben aufgegeben. Dialoge schreiben ist immer noch ein wenig kompliziert, aber auch im Werden. Die Gruppendynamik ist meistens in den Klassen recht gut, die Schüler lernen eher miteinander, als dass es zu einem Konkurrenzkampf wird. Ich bemerkte, dass die Lerner nicht gegenseitig ihre Namen kannten, doch mittlerweile sind unter ihnen Freundschaften entstanden und sie besuchen sich nun auch gegenseitig, wenn ein Lerner krank ist. Das passiert hier häufig, Malaria und Co.

Leider sind wir nicht so weit aus vielerlei Gründen im Lehrbuch gekommen. Einerseits musste ich des Öfteren Klausuren und Tests mit ihnen schreiben oder die Lernern kamen aus den verschiedensten Gründen nicht zum Unterricht. Andererseits schob ich immer mal eine Extralektion ganz nach Interesse der Lerner ein, z.B. ging ich mit ihnen auf den Markt oder frühstückte „auf Deutsch“ mit ihnen. Dennoch haben wir etwa ein Drittel des A1- Niveaus miteinander bewältigt. Das ist schon ok und entspricht auch ungefähr dem hiesigen Lehrplan, der sich aber natürlich nicht an den „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen“ richtet, was ich jedoch tat.

Im großen und ganzen kann man sagen, dass wir, also die Lerner und ich, die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden und uns echt gut eingespielt haben Wie ich jetzt meinen Unterricht aufzubauen habe, sodass sie mir gut folgen können, haben ich nun ganz gut drauf und auf beiden Seiten ist da eine Bereicherung und Freude am Lernen bzw. Lehren zu merken.

 

Wie kann man sich die Kurse vorstellen? Wir bildeten eine Runde, sodass sich die Lerner gegenseitig angucken können und ich saß meistens mit bei ihnen am Tisch. Das wirkte sich echt gut auf die Atmosphäre des Kurses aus. Die Lerner verbessern sich auch gegenseitig und erklären sich auch gegenseitig einige Dinge. Das ist echt schön zu sehen, wie langsam etwas von Lernerautonomie zu merken ist, was ja anfangs so gar nicht der Fall war.

Anfangs reden wir kurz übers Wohlbefinden und spielen in den ersten 10 Minuten ein didaktisches Spiel, was zum Unterricht passt. Das sind meistens irgendwelche „Schnipselspiele“, die ich mir ausgedacht habe. Ich bereite den Kurs so vor, dass die Lerner möglichst wenig Kopien benötigen und das klappt recht gut. Man wird mit der Zeit einfallsreicher.

 

Na gut, das Wochenende gucke ich mir mal das Goetheinstitut in Lomé, Togo an und werd mich da mal „inspirieren“ und mit Literatur eindecken lassen. Ab Februar bin ich dann ne richtige Cotonouoise und nicht nur so eine, die da ihre Wochenenden verbringt! Ich freu mich drauf, obwohl ich da sooo viel Arbeit habe…Hausarbeiten verfolgen mich sogar bis nach AfrikaL!

 

25.1.08 08:38


Preise für Weiße

So, nach einer längeren Pause bin ich wieder da. Ich war ein wenig krank, hatte mehrere Beschwerden gleichzeitig und konnte deshalb nicht arbeiten und auch nicht an Euch schreiben.

 

Tine, mein Lokossabesuch blieb eine Woche und danach fuhren wir nach Cotonou. Wir waren DIE Frauen-WG in der ganzen Sous- Région, doch wenn man ehrlich ist, eher eine Krankenpflegestation, weil wir uns gegenseitig mitm Fieber und so abwechselten…Cotonou war wie immer prima und ich werde ab Februar richtig in Cotonou wohnen, Hausarbeiten schreiben und ein wenig reisen. Ich muss doch mal sehen, was Rosi in Niamey so machtJ! Ansonsten war ich mit dem Entwicklunsghelfertrupp am Sonntag wieder am Ozean, beim Aussteigerfranzosen, um zu baden und Kokosnüsse zu trinken bzw. zu essen. Ein andermal waren wir  europäisch essen, ich war noch bei diversen Ärzten und außerdem am Ausruhen!

 

Ich war in diesem Zuge zum ersten Mal in der Apotheke Lokossas. Man kann da alles ohne Rezept kaufen. Sie wollten mir gleich Antibiotika einfach so mitgeben, obwohl ich nur Antihalswehbonbons haben wollte. Die Medikamente werden oft auch nicht in eingeschweißten Verpackungen verkauft, sondern löffelweise abgewogen und dem Kunden dann je nach Bedarf mitgegeben. Das ist dann so billiger für die Kunden.

Sehr kompetent sind die Apotheker hier auch nicht. Nachdem ich selber von weitem Gesehen hatte, was ich brauchte, meinte die Apothekerin zu mir, dass ich ja noch mal extra was zu geben hätte, weil ich ja weiß sei und sie mir die Bonbons so „kompetent“ herausgesucht hatte. Naja, ich bleibe hier wohl immer „die Weiße“, egal wie lange man irgendwo in Afrika wohnt.

 

Nun bin ich wieder in Lokossa und werde meine Lerner nach dieser langen Pause mal wieder unterrichten. Dazu muss ich sagen, dass ich am 7.01. ganz normal meine Kurse geben wollte, es auch tat, aber mich dann mit Fieber im Bett wieder fand. Naja, zum Glück war Tine da, die vorzüglichen Tee kochen kannJ!

Nun hatten einige Klassen das letzte Mal Deutsch vor den Weihnachtsferien und das ist wirklich schon ne Weile her. Hoffentlich haben sie nicht alles vergessen, aber ich glaub mal nicht!

Bei meiner Gastfamilie kann ich noch bis Ende Januar wohnen und so meine Lerner noch ein wenig mehr von der Deutschen Sprache mit auf den Weg geben, was sehr gut ist, da sie bald eine große Prüfung zu schreiben haben.

 

Die Sprache hier ist echt total lustig. Ich erwische mich auch schon des Öfteren dabei, wie ich mit manchen Einheimischen genauso rede, wie es hier üblich ist, also mit echt merkwürdigen RedewendungenJ!

 

Das Wochenende fahre ich mit nem anderen Entwicklungshelfer nach Ouidah, um ein Strandwochenende zu machen. Er ist Franzose und da werd ich wahrscheinlich erst die Ausmaße meines Verfalls der Französischen Sprache richtig zu spüren bekommen.

 

So viel für heute, mir fällt grad nix lustiges zu berichten ein, weil mein Kopf grad ganz leer ist…bin grad ausm Bett geplumpst und kann hervorragend schlafen, da mir meine Eltern, durch den SuperGtzweihnachtspostbotenengel Johannes, Ohropax haben zukommen lassen! Vielen lieben Dank Euch dafür!!!

 

Werdet nicht krank und lasst Euch nicht vom Uni- oder Arbeitsstress unterbuttern!!!! Vergesst nicht: La vie est belle sur tôt! (das Leben ist meistens schön!)

 

25.1.08 08:37


Von Kugeleis und Bakterien

Yuppi, seit heute, also Freitag hab ich Besuch, meinen allerersten Yovobesuch -also von einer Weissen- in Lokossa. Das ist schoen. Sie heisst Tine und ist vom ASAprogramm aus hier im Norden Benins taetig gewesen und nun auf dem Heimflug. Ab Montag kommt auch Tobias, der den Kauderwelschsprachfuehrer Benins geschrieben hat vorbei, weil er hier fuer die GTZ irgendwelche Wasseruntersuchungen anstellen muss! Das ist wirklich prima!!! Nun bin ich fuer kurze Zeit nicht mehr die einzige junge Weisse in Lokossa! Schoen! Als ich zu Sylvester nach Cotonou fahren wollte, war etwas komisch. Es waren kaum Taxen unterwegs, die nach Lokossa reinfuhren. Ich hab aber eine Taxe Richtung Cotonou bekommen, doch die fuhr nicht nur 3 Km, da Zoellner die Strasse nach Cotonou absperrten, um sich selber zu beschenken. Korruption pur. Es war eine riesenlange Schlange von Autos und Menschenmassen zu sehen und das in beide Richtungen. Nichts bewegte sich weiter. Der Taxifahrer war auch total nervoes, hatte richtig Muffensausen vor den Zoellnern, und wollte auch gar nicht nah ranfahren. Er meinte, dass wir alle aussteigen sollten und mit einem Mopedtaxi 10km weit fahren sollten und dass wir uns dann da irgendwo wiedertraefen. Ich hab mir das Gewarte etwa eine Stunde mitangesehen und kam mit einer sehr lieben muslimischen Studentin ins Gespraech und wir beschlossen dann ein anderes Auto uns zu suchen. Die Familie, die uns mitnahm, wollte nur kurz was bei ihrer Familie im Busch abgeben und dann weiter nach Cotonou fahren. Jedoch zog sich dieses “ganz kurz” 2 Stunden hin… irgendwann kam ich dann doch noch wohlbehalten, stinkend und total hungrig in Cotonou an. Karola, bei der ich da immer wohnen darf, empfing mich mit ECHTEM Kugeleis! Ich sag Euch, das war sooo lecker! So was hab ich das letzte Mal in Deutschland gegessen! Sylvester hab ich am Strand mit jenem Entwicklungshelfertrupp, der sich mal vergroessert und mal verkleinert, verbracht. Aus dem Pennen am Atlantik wurde nichts, weil ich mit einigen Bakterien zu kaempfen hatte bzw. noch ein wenig habe. Aber das ist kein Grund zur Beunruhigung! Ich hatte ein kleines Ereignis, was mich sehr erfreute. Ich ging am 31. so durch meinen Stadteil in Cotonou, um zur Fete zu gelangen und da hielt ploetzlich ein grosser weisser GTZ-Jeep mit dem Emblem “Cooperation Allemande\ Beninoise” und den beiden Flaggen drauf und da guckte so ein Franzose aus dem Jeep, gruesste und fragt mich, ob er mich nicht irgendwo hin mitnehmen koennte. Ich hatte mit diesem Mann schon mal auf einer Fete geredet und irgendwie hat mich diese Begegnung voll erfreut, weil man mich wohl auch schon in Cotonou kennt! Das war so ein Heimatgefuehl, sehr schoen! Natuerlich koennte man auch sagen, dass sich die Entwicklungshelfer eh andauernd an allen Ecken und Enden wiedertreffen, aber so moecht ich das jetzt grad mal nicht sehen! Die Schule geht Montag wieder los. Ich war ab und zu mal gucken, ob da schon jemand ist, weil ich gern einige Dinge schreiben wollte, aber Ferien sind Ferien und das gilt auch fuer Afrika, d.h. man erreicht gar keinen! Hier ist es kuehler geworden, vielleicht so etwa 3 Grad weniger: nun sieht man viele Leute mit Steppjacken und Handschuhen rumlaufen: Pudelmuetzen sind auch voll im Trend. Ich hab mich schon gewundert, warum hier Leute rumgehen, die solche Dinge verkaufen, aber die Nachfrage besteht wirklich. Meine Vermieter erwaermen sogar das Wasser, um sich waschen zu koennen. Das finde ich dann doch ein wenig uebertrieben, bei den 25 Grad, die wir dann doch noch haben. So viel aus der Sous- Région fuer heute! Passt auf Euch auf und wir sehen uns hoffenltihc in diesem Jahr irgendwann mal wieder!
16.1.08 18:18


Weihnachten und Sylvester in Afrika

Das erste Fest ist schon vorbei und ich glaube, dass ich Euch nicht einmal frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr gewuenscht habe! Also, ich wuensche Euch alles alles Gute fuer 2008 und ich wuensche mir vor allem, dass wir uns dann irgendwann mal wiedersehen werden! Das waer echt schoen!

 

Ich hab die Zeit um Weihnachten sehr wasserhaltig verbracht und dreimal duerft ihr raten wo: ja in Cotonou! Ich war die Tage oft im Atlantik schwimmen, sogar einmal in einer Lagune und war auch Kanu fahren. Das war echt traumhaft. Haett ich nicht gedacht, dass ich hier zum Kanufahren kommen wuerde! Ich hab mich richtig gefreut, jetzt im Warmen zu sein und die Festtage mal gaaanz anders zu gestalten! Das hat schon wasJ!

 

Am 24. besuchte ich mal wieder den schon so oft erwähnten Entwicklungshelfertrupp im DED-Gaestehaus. Da kommen immer mal wieder neue Leute an. Das ist voll schoen, da uns ja einige liebe Leute einfach so fuer die Feiertage verliessen…die SchufteL! Cotonou ist ein Dorf, weil man eher frueher als spaeter fast alle Leute, die in Benin in der Entwicklungshilfe taetig sind, kennenlernt.
So gingen wir dann alle fuer den Weihnachtsschmaus zum Autor, der den “Kauderwelschsprachfuehrer” mit seiner Freundin zusammen fuer Benin geschrieben hatte. Der Gottesdienst fing um 22.00 an und die Kirche war ueberfuellt, obwohl es nicht mal die Christvesper war. Dort wurde dann getanzt, gebetet, gesungen und die Einheimischen hatten sich alle superschick gemacht, da  das hier zum Gottesdienst dazugehoert. Ich war aber gluecklicherweise „europaeisch“ gekleidet. Ansonsten habe ich an jenem Abend etwas von Eseln und Haeuserbauen in Marokko erfahren. Hochinteressant, das sag ich Euch!

 

Hier auf dem Lande, also in Lokossa, wird zu Weihnachten, am 25., in die Kirche gegangen.  Ein paar Tage vorher oder nachher werden dann die kleineren Kinder der Familie, beschenkt. Plastespielzeuge, die mit ner Batterie betrieben und in China oder so hergestellt werden, sind “in”. Das fand ich nicht so toll, weil ich dann den ganzen Tag Beschallung von irgendwelchen komischen Spielzeugen hatte.
Ein wenig befremdend war, dass unter den Erwachsenen oder auch in der Familie ansonsten gar keine Geschenke an diesem Tag vergeben wurden! Gluecklicherweise habt Ihr mich die Tage in vielerlei Hinsicht mit Gedanken, Mails und vielen mehr beschenkt! Vielen Dank Euch! Hat mich echt seeehr erfreutJ! Jedoch sind wohl einige Briefe, die ich geschrieben habe, wohl nicht angekommen und einige Briefe von Euch leider auch nicht, schade…L

 

Zurueck nach Lokossa: Weihnachtsschmuck leisten sich nur sehr wohlhabende Familien. Da wird dann ein Plastetannenbaum aufgestellt, den man anschliessend mit Plastekugeln und ner bunten Lichterkette schmueckt. Man stellt ihn am besten ins Wohnzimmer, neben dem Fernsehen und dem Kuehlschrank, damit ein Jeder sehen kann, was man nicht fuer tolle Sachen hat. Das ist aber auch wirklich der einzige Schmuck, den ich hier in Lokossa gesehen habe, also ist alles eher ein wenig dezenter gehalten, als im aufregend bunt flackernden “Weihnachtsdeutschland”.
Achso, mir faellt grad ein, dass sich alle Leute um die Festtage rum, eine schicke Haarfrisur machen und auch ein neues Gewand fuer die Kirche schneidern lassen. Ich hab beides erfolgreich abwehren koennen. Das war echt gut. Mein Haar gehoert mir und was soll ich mit so vielen Gewaendern, die ich nicht anziehe? Ich hab das ein wenig taktvoller der Familie hier erklaeren koennen!

 

Also, Sylvester verbringe ich wieder mit dem Entwicklungshelfertrupp am Atlantik mit Band und pennen am Strand! Mut zur Muecke, sag ich da nur!   

 

2.1.08 20:48


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