Startseite
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 


Webnews



http://myblog.de/aubenin

Gratis bloggen bei
myblog.de





(Ach) Du liebe Zeit...

Entschuldigt die Verspaetung, doch es gibt grad einige Internetprobleme in der Stadt und deshalb kommt der Bericht mit ein wenig Verzoegerung!
Langsam habe ich mich hier eingelebt und finde auch meinen Tages- und Schlafrhythmus wieder, der mir aufgrund der vielen großen und kleinen Dinge, die hier anders sind, ein wenig abhanden kam.
Die Angelegenheit, die mir auch die ersten Wochen den Schlaf raubte, ist auf bestem Wege, regelt zu werden, und das ist echt eine sehr sehr große Erleichterung für mich.
Mir ist aufgefallen, dass ich ja noch gar nicht so viel über meine Arbeit hier geschrieben habe, also werde ich das hier an dieser Stelle tun.
Wenn die Kinder von meiner Gastfamilie mich abends besuchen kommen, sehen sie mich meistens mit einer Schere in der Hand irgendetwas für den Unterricht basteln und fragen mich dann, was ich denn nun schon wieder rumschnippele. Also, die zwei erwachsenen Klassen, die ich unterrichte, sind supermotiviert und das unterrichten macht mir da wirklich große Freude. Wir kommen sehr gut voran und haben auch wirklich interessante landeskundliche Gespräche. Es ist eher ein Geben und Nehmen.
Mit den Jugendlichen fällt es mir wesentlich schwerer, was vielleicht auch mit der Schülerzahl und den Unterrichtsmitteln zusammenhängen kann. Heute wollte ich mit den Schülern ein Memoryspiel basteln und erklärte es echt sehr langsam und deutlich auf französisch, doch sogar solch einfache Dinge können komplizierter sein, als gedacht.
Falls Ihr noch irgendwelche schöne Spieltipps für den Unterricht für Jugendliche mit ganz ganz einfachen Mitteln habt, wäre ich Euch sehr dankbar.
Ich wurde neulich von einem Lehrer gefragt, wann ich denn endlich die Lerner mit Grammatik, wie Konjugation und Deklination attackieren werde. Ich meinte daraufhin nur, dass es mir wichtiger ist, dass sich die Lerner ein Brot kaufen und sagen können, wie sie heißen, als dass sie jegliche Beugungen des Deutschen im Schlaf können. Hier sieht man das ein wenig anders, aber sie haben Vertrauen zu mir und lassen mich machen, was sehr schön ist.
Nun komme ich wieder zu den alltäglichen Dingen, die mir so auffallen. Alles in Afrika braucht seine Zeit und/oder hat auch die Berechtigung diese Zeit zu brauchen oder zu nehmen. Das ist einfach so, und das muss man einfach so akzeptieren.
Es gibt für dieses Phänomen hier tausend kleine Beispiele, aber die würden dann doch zu weit führen. Hier kommen nur ein paar:
Man ist verabredet und wartet und wartet und dann kommt irgendwann jemand, aber ob das die Person ist, auf die man wartet, sei in den Raum gestellt, auf jeden Fall kommt irgendwann Unterhaltung.
Oder man nimmt ein Taxi, um in die nächste Stadt zu kommen. Taxifahren funktioniert hier so, wie bei uns das Trampen, außer das man dafür was bezahlt. Ist jedoch das Taxi nicht voll, dann wartet man so lange, bis es voll ist.
Anzumerken ist auch, dass hier momentan ganz schön der fast Vollmond scheint und die Sonnenuntergänge auch wunderschön sind, richtig kitschig.
Achso, ich habe mit meinem Hightechfahrrad Frieden geschlossen, da ich bemerkte, dass es doch sehr hilfreich sein kann, ein Mountainbike zu haben, vor allem wenn es geregnet hat und ich die Straßen, die danach einfach nur so roter Sandschlamm sind, ohne größere Mühen passieren kann. J
30.10.07 17:01


Dunkelheit und Licht

Den folgenden Bericht schrieb ich am 17.10, jedoch sind mittlerweile zwei Dinge fast gleichzeitig passiert, die mich sehr berührten. Ich habe in einem sehr schweren Moment die Barmherzigkeit Gottes erfahren, die mir die Menschen hier entgegenbrachten. Ich möchte Euch allen sehr für Eure Wünsche, Gedanken und Gebete danken, die Ihr für mich verschickt. Ich versichere Euch, dass sie ankommen bzw. angekommen sind! Jetzt bin ich genau eine Woche in Lokossa und es gefällt mir immer besser. Jedoch gibt es jeden Tag viele Dinge, die ich noch nie in meinem Leben gesehen oder geschweige denn gegessen habe. Ich habe z.B. gestern meiner Gastmutter gezeigt, wie man in Europa Apfelsinen schälen kann und wie man sie für gewöhnlich da auch isst. Jedoch kann ich noch nicht auf die hier übliche Art und Weise Apfelsinen essen und schälen- vielleicht hab ich es aber nach drei Monaten auch drauf. Die beninoisische Begrüßung ist auch sehr erwähnenswert, da man sich nicht nur einfach so die Hand gibt, sondern es nach einer bestimmten Abfolge tut, die schon eine Kunst für sich ist. Es gibt für mich also viel zu entdecken und zu erlernen. Nun komme ich doch noch mal auf das Essen zurück. Ich bin seit einer Woche auf Schokoladen- und Milchproduktentzug, aber das ist gar nicht schlimm. Heute habe ich z.B. zum ersten Mal in meinem Leben frittierte Kochbananen mit Yams gegessen. Ist sehr zu empfehlen! Die Familie, bei der ich oben im Haus eine Wohnung habe, ist sehr nett. Ich bin quasi auch schon ein Mitglied der Familie geworden. Das ist echt schön. In der Straße, wo ich wohne, bin ich schon bekannt, wie ein „bunter Hund“- kein Wunder-  doch langsam lerne ich auch meine Nachbarn kennen. Morgen werde ich frisiert. Es geht wohl nicht so, wie ich meine Haare trage, und deshalb soll eine Freundin, die Friseuse ist, mir morgen eine „ordentliche“ Frisur verpassen. Ich bin gespannt! Seit zwei Tagen habe ich ein Fahrrad. Das ist großartig!!! Ich kann unabhängig zur Schule fahren, Besorgungen machen und einfach so mich bewegen. Hier fahren alle Leute Moped oder Motorrad. Die Menschen, die kein Geld haben, fahren Fahrrad oder gehen zu Fuß. Das ist hier ein Zeichen von Armut. Ich werde manchmal wegen meiner Fortbewegungsweise komisch oder belustigt beäugt, jedoch ist es unübersehbar, dass ich keine Beninoise bin. Mein Fahrrad hat hier Gangschaltung und allen möglichen Schnickschnack, ganz im Gegensatz zu dem etwas einfacheren, robusteren Modell, was ich in Leipzig fahre. Mein Leipziger Rad entspricht hier eher dem Standard. Hightech spielt hier eine sehr große Rolle. Alles, was aus Europa kommt, ist toll. Gestern kleidete sogar meine Gastfamilie ihre Kinder europäisch, um mir eine Freude zu machen. Ich fand das sehr schade, weil die hiesige traditionelle Kleidung sehr sehr schön ist. Das Praktikum lief sehr gut an, außer dass ich von sowohl Schülern als auch Lehrern gefragt wurde, wann ich denn endlich Geschenke mitbringe. Ich sagte daraufhin, dass man Menschen mit „weißer“ Hautfarbe nicht mit Geld oder Reichtum assoziieren sollte, sondern dass wir alle Menschen sind. Ein Lehrer sah mich ganz erstaunt an, als ich ihn auf seine Frage folgendes erwiderte: „Ist es denn nicht schon ein Geschenk genug, dass ich hier bin und dass wir hier zusammen an der Schule mit den Lernern arbeiten können?“ Ansonsten ist das Kollegium mir sehr aufgeschlossen und zuvorkommend gegenüber, und die Lerner sind sehr motiviert Deutsch zu lernen. Warum, weiß ich auch nicht so genau. Ich habe zwei Klassen mit jeweils 4 erwachsenen Lernern und dann noch eine Klasse mit 15 jugendlichen Teilnehmern. In der Schule habe ich sogar einen eigenen Arbeitsraum zur Verfügung gestellt bekommen. Einerseits finde ich das gut, aber andererseits mag ich es nicht so bevorzugt behandelt zu werden, vor allem nicht, wenn ich sehe, wie viele Lehrer sich in das kleine Sekretariat zwängen. Die Art und Weise, wie hier unterrichtet wird, unterscheidet sich sehr von der Form, die ich aus Europa kenne. Ich mache mit den Schülern ein „Mix“, da ich „Frontalunterricht“ nicht mag. Bis jetzt klappt der „Mix“ ausgezeichnet und die Lerner geben mir stets Feedback, was zu verbessern sei oder was sie komisch fanden. Ich arbeite mit dem Laptop von der Schule, um HörCds abzuspielen und die Lerner sind dieser neuen Fremdsprachenerwerbsform sehr aufgeschlossen gegenüber. Das Unterrichten macht mir hier echt Spaß und ich merke, dass Erwachsenenbildung mir mehr liegt, als die Arbeit mit den Jugendlichen. Dennoch macht glaube ich gerade die Abwechslung der Altersstufen hier den Reiz aus! Es sei erwähnt, dass die Lerner mit den hier angewendeten Methoden, die vielleicht aus „europäischer Sicht“ „überholt“ sind, zum Teil sehr guten Unterricht. Die ersten Tage hospitierte ich beim Englischunterricht und ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, da die Lehrkraft mit ganz einfachen Mitteln, sehr guten Unterricht gestaltete. Mit der Verständigung geht’s schon besser. Langsam gewöhne ich mich an die unterschiedliche Aussprache des beninoisischen Französisch. Ich hoffe, dass Ihr nicht von vielen Lesen eingeschlafen seid! Also, bis demnächst!
18.10.07 21:01


Alles neu!

Nun ist es schon fast eine Woche her, dass mich ein paar liebe Leute ganz ganz lieb in Leipzig verabschiedet haben. Ich hab mich darueber sehr gefreut. In Paris gut angekommen, habe ich dann noch mit einem lieben Freund gut in einem Restaurant gegessen und an dieser Stelle sei auch gesagt, dass ich Tom einen ausfuehrlichen Brief ueber das Essen in Benin schreiben werde. Im Flugzeug nach Benin sah ich die Kueste Algeriens, dies Sahara und dann irgendwann Cotonou. Am Flughafen holte mich mein Betreuer Francois ab und wir fuhren direkt nach Lokossa, wo ich eine riesige komfortable Wohnung habe. ich freue mich immer ueber Besuch! Falls jemand von Euch Lust hat, vorbeizukommen, um mit mir hier zu wohnen und zu arbeiten,dann wuerd ich mich sehr freuen. Die Familie, die auch mit im Haus wohnt, ist sehr nett; Ich werde oft zum Essen miteingeladen. Am Donnerstag wurde ich gleich in der Schule eingefuehrt und die Jugendlichen sind ganz lieb und machen auch gut mit. Ich hab schon mal aus dem Stehgreif unterrichtet. Ich habe drei Klasse und werde jeweils ihnen 4 Stunden die Woche Deutschunterricht geben. Der Comupter, mit dem ich die Lehrcds abspielen wollte, ist noch verschollen; wird aber hoffentlich bald mit dem Direktor auftauchen. Ansonsten ist es sehr schwer das Franzoesische hier zu verstehen, da die Menschen hier einen ganz anderen Akzent haben als in Frankreich. Hier riecht es auch ganz anders, als in Europa. es ist unglaublich! ich komme mir vor, wie ein Kind, was sich jeden Tag ueber neue Dinge verwundert und freut! Ich freue mich von Euch Berichte aus der Ferne zu hoerenbzw zu lesen.Vielen Dank fuer Eure lieben Gedanken, die sogar bis nach Lokossa kommen! Das spuere ich!
14.10.07 18:24


Sommer in der Oststraße/ Leipzig

Fotografin: KaBeTho

6.10.07 18:45


Adieu!

In Leipzig wird es langsam kalt, und viele liebe Leute sind von nah und fern wieder in diese Stadt zurueckgekehrt. Ich jedoch werde nun den Zugvögeln gen Sonne folgen.
Mit einem Rucksack voll von Buechern und ein paar Sachen, werd ich mich bald auf den Weg nach Benin machen.

Ich bin schon sehr gespannt, was mich in Lokossa, einem Ort mit 15.000 Einwohnern, erwarten wird, und wie die Lebenswelt ein paar Flugstunden von hier wohl aussehen mag.
Auf jeden Fall freue ich mich, dass ich die Chance habe, nach Lokossa gehen zu duerfen, um dort Lernern eine neue Sprache mit Hilfe einer anderen Fremdsprache zu vermitteln. Das kann nur sehr interessant werden!

Einen lieben Dank an Sylvia Goessel, Herrn Hirschmann und meine Familie, die mir diesen Aufenthalt ermöglicht haben. Ausserdem danke ich all denen, die gerade an mich denken und mir liebe Gedanken und Wuensche für meine Reise schicken!

Bald werde ich ausführlicher schreiben, jedoch geniesse ich dann bereits meine Zeit unter der afrikanischen Sonne!

 

 

 

 

 

7.10.07 14:31


[erste Seite] [eine Seite zurück]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung