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Abschied von Lokossa

Alles ist hier nun schon in Aufbruchsstimmung und ich habe den Eindruck gar nicht mehr richtig in Lokossa zu sein, sondern mich eher schon zu den Cotonouoises zählen zu können, aber das tritt erst in ein paar Tagen ein, da ich dann mit Sack und Pack in die inoffizielle Hauptstadt fahren werde. Es ist schon komisch, dass ich bereits angefangen habe, mich von Leuten zu verabschieden und zu wissen, dass es mich höchst wahrscheinlich erst einmal nicht so schnell wieder nach Lokossa verschlagen wird. Manche Menschen haben mir hier so viel Gutes getan, dass es mir schon ein wenig schwer fällt, ihnen „tschüs“ zu sagen. In meiner Wohnung ist ein wenig Chaos ausgebrochen und ich bin schon ganz eifrig am Packen und Saubermachen. Es häuft sich doch schon einiges in so fast vier Monaten an. Ich glaub, dass ich nicht mehr die anfänglichen 15 Kg im Rucksack habe, mit denen ich hier angereist bin, dafür arbeitet der Schneider hier zu gut! Ich lass Euch, meinen „Nachfolgerinnen“, einen großen Zementsack mit lauten guten Sachen, wie Zeitschriften, Spielen, Lehrbüchern und Co. bei meiner Gastfamilie „ La main de Dieu“. Das ist das größte Haus Lokossas, naja, wie sollts auch anders sein, bei ner Zöllnerfamilie… Meine Lerner sind ganz traurig, dass ich nicht mehr hier bleiben kann, aber nun muss ich doch mal etwas für mein Studium machen. Morgen kommt das große Abschiedsfoto mit allen meinen Lernern vor der Schule. So hab ich dann wenigstens ein kleines Souvenir von ihnen. Leider machen mir manche Lerner auch Vorwürfe, da ich nicht länger bleiben kann und sie nun ihr Examen irgendwie und sie wissen auch nicht wie, vorbereiten müssen. Ohne Lehrer und Lehrmaterialien ist das ganz schön schwierig und das Examen ist wirklich schwer. Ich hätte mich eher gefreut, wenn sie sich bedankt hätten,d ass ich schon länger geblieben bin, aber was solls. Die älteren Lerner taten auch dies, einer sogar mit nem kleinen Geschenk,w as mich total verlegen machte. Das Wochenende in Lomé war ganz schön. Togo ist viel sauberer als Benin und es gibt sogar Mülleimer auf der Straße. Die Stadt ist wunderschön angelegt, so richtig am Golf von Guinea gelegen, doch leider verkommt sie gerade ganz schön, weil die Wirtschaft stagniert und das merkt man sehr deutlich. Die alten deutschen und französischen Kolonialbauten haben schon ihren Charme und die katholische Kirche im Zentrum sieht aus, wie eine deutsche Kirche! Ich war echt beeindruckt! Ich war aber dennoch angetan, dass man in einem „Straßenlokal“ eine richtige Speisekarte bekam. So etwas erhält man in Benin nur in den echt teuren Restaurants. Auch schreien einem die Kinder nicht so penetrant „Weißer, Weißer, guten Tag“ hinterher. Jedoch mag ich Benin doch lieber, weil ich mich hier mittlerweile echt heimisch fühle und es ein paar kleine unschöne Erlebnisse in Lomé gab. Der Kontrast ist aber auch enorm. In Lomé gibt es richtig viele Hochhäuser und daneben bauen dann Toglesen Salat an und wohnen in Hütten. Dann war ich noch im Goethe- Institut und wurde dort vom Leiter persönlich begrüßt und den anderen Mitarbeitern als „ Kollegin“ aus Benin vorgestellt. Sehr schön! Eine Einladung folgte dann auch gleich zur Einweihung des „Deutschen Lehrmittelzentrums“ in Cotonou. Naja, nun zurück nach Lokossa. Ich habe mich hier ein wenig mit einer Kanadierin angefreundet und deshalb kommen nun mal ein paar Fotos! Einen großen Dank möchte ich heute mal meinen Lesern zukommen lassen, da Ihr so regelmäßig an mich denkt und mich durch Benin begleitet! Das ist echt schön zu wissen!
13.2.08 23:58


Ankunft in Cotonou

N’t kIn Cotonou ist so viel los, dass ich gar nicht so recht zum Schreiben komme, naja, das stimmt nicht ganz, weil ich hier Tags über Hausarbeit schreibe. In der Schule wurde ich mit Zeugnis und vielen Fotos ganz lieb verabschiedet, die Familie verabschiedete mich auch, obwohl sie zuerst dachten, dass ich nur das Wochenende wegführe, und so kam es für sie ein wenig überstürzt. Hier in Cotonou angekommen war ich richtig aufgeregt, weil ich schon seit zwei Wochen nicht mehr in der Stadt war und auch meine Freunde so lang nicht mehr gesehen hatte. Am nächsten Tag ging ich gleich den Entwicklungshelfertrupp besuchen und schon auf dem Hinweg wurde ich von Freunden begrüßt und zum Essen eingeladen! ES waren auch fast alle da, sogar welche aus dem hohen Norden und auch aus Abomanien kam der Vertreter angereist! Sehr schön! Hier, wo ich wohne, traf ich auf zwei superliebe Leute und wir drei, als DIE Rasselbande in der ganzen Sous- Région, machten dann für ein paar Tage Cotonou unsicher!Beinahe wär ich mit den beiden nach Ghana, Ouagadougou oder wohin sonst uns der Wind getrieben hätt, mitgereist, doch meine Vernunft siegte wiedereinmal und so sitz ich da und mach was für die Uni. Ich wurde neulich erst in das Geheimnis der blau-weißen Cafeterien eingeweiht, die hier überall so rumstehen. Ich dachte nämlich immer, dass das so ein Männerbiertrinktreffpunkt wäre, aber das ist ganz und gar nicht so. Man kann da gar kein Bier kaufen, sondern wirklich lecker essen gehen, sogar ein joghurtähnliches Dessert gibt’s da ! Diese Hütten stehen überall rum und sind immer gleich aufgebaut. Man setzt sich auf blaue Barschemel an die Hütte und da sind ein Mann mit seinem Campingkocher und ein Regal mit ein paar Lebensmitteln drin. Das Menü steht mit Kreide an einem halboffenen Holzkasten und in diesem befinden sich wiederum die Kochplatten, sodass man nicht sehen kann, was er da brützelt. In meinem Cartier, was übrigens sehr schön ist, so mit Sandstraßen und so, sind alle 10 Meter diese Cafeterien zu sehen. Ich hab aber schon meine Stammcafete gefunden! Ich hab noch gar nichts zu dem Geräuschen hier geschrieben. Also, alle fünf Minuten kommt ein Fahrradefahrer mit einer echt lauten Hupe vorbeigeradelt und das ist dann der Fanmilkverkäufer, also der Bursche hat leckeres Eis (Kein Europäisches, aber es ist auch nicht schlecht). Alle 15 Minuten kommt ein Bursche mit einem ca. 20cm großen Holzstück vorm Bauch vorbei und er klopft mit einem kleinen Stab da immer rauf, das gibt dann ein tocktocktock von sich. Dies tut er auch ganz regelmäßig. Das ist glaub ich der Schuhputzer, der so sein Klientel sucht. Tja, und dann gibt es noch die Frauen mit 100kg auf dem Kopf, die immer richtig laut brüllen, um ihre Ware anzupreisen, wie z.B. „peeenchooo“. Das heißt auf Deutsch „warmes Brot“ und ist hier eine Art Sandwich. Man bekommt dann ein halbes weiches Baguettebrot mit Mayonaise drin. Was die für eine Stimme haben, ist der Wahnsinn. Das könnt Ihr Euch nicht vorstellen! Das sind aber nur die Frauen, die das so gut können, mit dem Brüllen. Ich finde, dass die deutschen Marktschreier sich da echt noch mal was abgucken sollten. Am besten wäre es, wenn sie mal hierher fahren würden und dann mal bei einer solch, meistens sehr beleibten Dame, in die Lehre gingen! Naja, und wenn ich dann irgendwo sitze und was trinke, komme eh immer ganz viele Leute an, die irgendetwas verkaufen wollen. Ein Blickfang sind vor allem die Frauen, die ein rundes Tablett auf dem Kopf haben, wo lauter Kleiderbügel mit Klamotten befestigt sind. Man sieht eigentlich nur einen runden Kleiderständer auf zwei Beinen durch die Straßen schlendern und ab und zu auch was Schreien, um die Kundschaft anzulocken. Dies ist aber nicht so nachhaltig, wie bei den wandernden Essenverkaufsfrauen, wie gesagt, die haben es echt drauf!
14.2.08 00:00





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