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Niemand is(s)t für sich allein

Einige von Euch fragten mich, was man denn hier so isst, also werde ich diesen Bericht vorrangig dem Essen widmen.

 

Viele Leute trinken hier morgens so’n Brei, der aus Maniok- oder Maismehl besteht und ein wenig klumpig ist und aussieht- wie unser Mehl mit Wasser vermischt-, aber das ganze muss man sich ein wenig schleimiger vorstellen. Man kann da Erdnüsse reinmachen und Zucker und dann ist das ganze echt lecker und erinnert mich ein wenig an Müsli. Man macht diesen Brei entweder selber zu Hause oder man kauft ihn jeden morgen, da er sich nur einen Tag hält. Ich muss gestehen, dass ich Haferflocken gefunden habe und diese mit Wasser und Obst morgens warm mache und das schmeckt sehr lecker, obwohl’s nicht so klingt. J

 

Gasflaschen sind seit einer Woche ausgegangen und in ganz Lokossa nicht mehr zu haben, das heißt, dass die Leute jetzt mit Holzkohle ihr Essen zubereiten. Eine Essenspraeparation dauert mindestens 4 Stunden. Die Frauen leisten hier echt Enormes!

Mittags gibt es immer etwas warmes und meistens „la pâte“. Das ist ein Brei, der aus Mais, Yams oder Maniok besteht. Das Gemüse wurde 2-3 Tage vorher in Wasser eingeweicht, vorher getrocknet und dann wird das ganze zerstampft und wieder in Wasser eingeweicht und anschließend wird es dann so ein grauer, weißer oder brauner Brei, der eine Puddingkonsistenz hat und vom Geschmack her ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, jedoch finde ich ihn jetzt ganz essbar. Dazu gibt es dann meistens Fische, der ganz frisch ist und wirklich lecker ist und dann  noch ne sehr scharfe Tomatensoße dazu. Diese Soße braucht bestimmt auch 4-6 Stunden Präparationszeit. Für mich lässt die Familie immer ein paar Gewürze weg. Das ist echt lieb, weil ich sonst das Gefühl habe, Feuer zu speien. Diesmal bin ich ja nicht unter die Gaukler und Zirkusmenschen gegangen. J

Reis gibt es auch öfter mal und wenn man in Eile ist, dann gibt’s auch mal Nudeln. Was hier sehr lecker ist, dass sind die frittierten Sachen, wie z.B. Kochbananen oder Yams.

Kartoffeln kann man auch kaufen, doch die sind teuer und/ oder werden importiert.

Weißbrot gibt es hier auch, einmal gesüßt und einmal gesalzen. Butter und Joghurt kann man schon kaufen, doch diese Dinge sind superteuer und die kaufe ich mir hier nicht, da ich auch keinen Kühlschrank habe.

Man isst hier zweimal am Tag warm , doch das mache ich nicht, weil ich nach so viel Brei sehr schlecht einschlafen kann.

Das Obst ist hier sehr sehr lecker. Ich esse momentan bestimmt 10 Orangen am Tag. Ananas und Bananen mag ich auch sehr. Dann gibt’s noch Mangos und Papaya und die Erdnüsse sind echt lecker hier!

 

An Gemüse kann man Zucchini, Auberginen, Tomaten, Knoblauch und Zwiebeln kaufen.

 

Neulich habe ich eine Schokolade geschenkt bekommen, doch die war nicht lecker und ich legte sie unbedacht weg. Am nächsten Tag war die Schokolade noch da, aber diesmal mit Fleischbeilage. Man muss hier alles, wirklich alles supergut verpacken, damit da keine Viecher rangehen. Anfangs fand ich das nervig, doch man gewöhnt sich dran.

 

Nun glaubt ihr bestimmt, dass hier alle Leute ganz dünne sind, aber das ist nicht so. Sehr viele Frauen und auch alle Kinder in der Familie, wo ich wohne, sind dick. Das ist aber auch kein Wunder, weil sie sich nicht bewegen, sondern den ganzen Tag von 8.00 bis 22.00 sitzen und Schule haben oder was für die Schule machen. Das ist unglaublich. Ich würde hier nicht in die Schule gehen wolle. Das fetzt nicht.

 

Eine Weitere Sache, die mir hier auffällt ist, dass man nie, wirklich nie jemanden sich küssen oder umarmen oder Händchen halten sieht. Nicht mal Ehepaare tauschen in der Öffentlichkeit Berührungen jeglicher Art aus. Komisch!

 

Ich bekomme Besuch!!! Jascha, ein Freund vom Afrikanistikstudium, Uni Leipzig, kommt Anfang November für sein Praktikum nach Cotonou und ich werde ihn von Flieger abholen. Sehr sehr schön! J

 

Ich sende Euch für diese triste europäische Jahreszeit ganz ganz viele Sonnenstrahlen, die Euch den Rücken und den Bauch erwärmen! Spürt Ihr sie schon?

5.11.07 16:23
 


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