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Von Taxifahrten und Genderfragen

Jetzt möchte ich einmal ein wenig aus meinem Leben hier in Benin berichten, da ich am Wochenende in Cotonou war.

Ich habe ein Taxi genommen, um dorthin zum Flughafen zu kommen, da Jascha, ein Studienfreund aus Leipzig, um 20.00 abends ankommen sollte.

Taxifahren ist hier echt lustig: Dabei quetschen sich bis zu 8 Leute in einen „normalen“ PKW. Wobei der auch eigentlich auch nicht mehr normal aussieht, aber die Insassen zufrieden sind, solange er fährtJ. Der Fahrer geht auch selber auf Mitfahrersuche. Er fährt seine Route und hupt und schreit die ganze Zeit die Fahrtrichtung ausm Fenster und zeigt dabei mit dem Zeigefinger auf die Leute, die so um ihn herum sind. Ich kann Euch nur empfehlen, dass auhc mal auszuprobieren, so ganz schnell und die ganze Zeit Lokossa, Lokossa, Lokossa zu sagen und dann noch den Zeigefinger nicht vergessen! Lokossa ist endbetont! Ich hab mich echt kaputtgelacht, als ich das gesehen habe. Das fetzt!

 

Auf der Hinfahrt sah ich auf nem Autodach 4 lebende Schweine angebunden. Offensichtlich ist der Tierschutz bis hierher noch nicht so wirklich durchgedrungen. Naja, man transportiert eben alles, wirklich alles!

 

Das Flugzeug hatte zig Stunden Verspätung, doch ich kam mit 2 Nonnen ins Gespräch, die auch auf Leute warteten, die in diesen Flieger waren.

Die Nonnen luden mich zu sich mit ein und so verbrachte ich dann noch 5 Stunden zusammen mit ihnen in einem Viersternehotel! Das ist mir vorher auch noch nicht passiert, dass ich mich in so einem Luxusding wieder findeJ, dazu muss ich erst nach Afrika fahren!

 

Jascha kam dann irgendwann nachts, als schon keiner mehr damit rechnete an und wir wurden von seiner Organisation mit einem fetten Jeep mit deutscher und beniner Flagge zum Gästehaus des Deutschen Entwicklungsdienstes (ded) gebracht. J

 

Mir ist aufgefallen, dass das jetzt zum ersten Mal war, seitdem ich in Afrika bin, dass ich mit Weißen und dazu noch mit Männern so wirklich geredet habe. Ist doch schon echt anders, sich mit Europäern zu unterhalten.

 

Was mir hier aufgefallen ist, ist, dass die einheimischen Frauen mir gegenüber sehr aufgeschlossen sind und mir sehr hilfsbereit und zuvorkommend begegnen. Ich redete im Gästehaus mit der Haushälterin, einer Schwarzen, doch sobald Jascha dazukam, verstummte sie und begann erst wieder zu reden, als er weg war. Er berichtete mir genau das Gegenteil von afrikanischen Frauen. War schon komisch das so mitzuerleben.

Schwarzen Männern gegenüber bin ich jedoch sehr verschlossen geworden, da das irgendwie immer in ein Machtspiel ausartet, da das Verständnis der Gleichberechtigung der Geschlechter hier nicht (so) vorhanden ist, wie in Europa. Auch werde ich bei fast jeder neuen Begegnung mit Männern hier gefragt, ob ich nicht etwas mit ihnen unternehmen möchte, sie nicht heiraten möchte, Geschenke hätte oder Pläne, wie sie nach Europa kommen könnten. Das ist auf Dauer auch ein wenig anstrengend.

Mit meinen Jungs (ich habe ausschließlich Männer in den Klassen) an der Schule habe ich das aber alles schon in der ersten Unterrichtsstunde geregelt und nun können wir gut arbeitenJ.

Jascha sagte aber noch, dass er mit Männern echt gut reden kann und die Probleme, die ich hier habe , sich durchaus vorstellen kann. Bei ihm ist das überhaupt nicht so, ihm begegnen Männer immer sehr freundlich und zuvorkommend.

Ich sag Euch, Genderstudies ist ein weites Feld!

 

So viel für heute! Bleibt gesund und kriegt keine Erkältung! Ich bin auch noch quietsch fidel, dank der 10 Orangen, die ich täglich futtere!

12.11.07 10:30
 


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