Startseite
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 


Webnews



http://myblog.de/aubenin

Gratis bloggen bei
myblog.de





Grüße aus der Sous Region

Das letzte Cotonouwochenende war mal wieder lustig und ich hab PIZZA und APFELKUCHEN mit SCHLAGSAHNE gegessen! Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie lecker das ist, wenn man die ganze Zeit hier auf dem Lande sein Manoik-, Yam- oder Maisgematsche mit Schleisoße, mit den Händen, isst. 

Äpfel sind hier total Mangeware. Die sind, wenn es sie gibt, aus Südafrika importiert und superteuer. Außerdem benutzt die afrikanische Küche keinen Backofen, deshalb ist Gebäck etwas unvorstellbar Leckes für mich gewordenJ! Milchprodukte sind meistens importiert und superteuer. Jetzt versteht Ihr vielleicht ein wenig besser meine Freude über diese Konsumgüter!

 

Eva, ein Mädel aus Bayreuth,  ist angereist. Sie arbeitet bei der GTZ (Gemeinschaft für technische Zusammenarbeit) und mit ihr werde ich Weihnachten verbringen. Bloß gut, dass sie da ist!  Was wir genau machen, wissen wir noch nicht so genau, aber ich wär ja für OzeanJ!

Als ich neulich bei mir die Treppe des Hauses hinunterging, hörte ich schon das Lied Jingle- Bells und ich dachte, ich hör nicht richtig. Da war Henriette, meine Vermieterin, gerade dabei, das Lied, was auf dem Flachbildschirm, der im Hof installiert ist, lief, voller Inbrunst mitzuträllern. Den Text konnte man mitlesen und so hörte ich dann hier in Lokossa englische Weihnachtslieder mit Schweißperlen aufm Rücken. Zur Musik wurden Bilder von Skipisten und verschneiten Wäldern gezeigt…bizarre!

 

Die Schüler müssen hier an den Schulen Schuluniform tragen. An dieser Schule tragen die Lerner blaue Hemden, wo folgendes drauf steht: „ Travail (Arbeit), discipline, réussite (Erfolg)“. Diesen Spruch finde ich pädagogisch überhaupt nicht wertvoll,  aber danach wird hier auch unterrichtet. In der Schule läuft weiterhin alles recht gut und die Lerner lernen fleißig die Deutsche Sprache. Warum gerade Deutsch, weiß auch keiner so genau, obwohl diese Sprache wohl doch noch sinnvoller als spanisch ist, da echt viele Deutsche Einrichtungen in Cotonou sind. Leider gibt es hier kein Goethe-Institut. Also, wenn ich alt und verschrumpelt und eine erfahrene Deutschtante bin, gehe ich nach Cotonou und eröffne da so ein Zentrum. Wenn das nicht klappt, kaufe ich mir ne Bastmatte und Orangen und liege den ganzen Tag auf dieser Matte rum, rühre mich nicht vom Fleck, auch nicht, wenn Kunden kommen, werde gaaanz dick und verkaufe Orangen aufm Markt oder anna Straße. Mal sehen. Da sind meine Zukunftspläne für BeninJ!

 

Apropos Schönheit! Diese Begriff wird hier ein wenig anders definiert. Weiß ist schön, deshalb gibt es hier so ne Creme, die die Haut weißer aussehen lässt und das ist voll à la mode. Auch gibt es hier nicht diesen „dürren Schönheitswahn“. Sehr viele Frauen sind sehr übergewichtig.  Es gibt aber auch Schönheitswettbewerbe. Einmal einen mit dürren Mädels, und dann gibt es hier noch einen, wer den dicksten Po hat. Das ist echt lustig. Hier gibt es einen Ort am Meer, der heißt „Grand Popo“J.

Hier, auf dem Lande, tragen so gut wie „alle“ sehr bunte Tücher. Entweder Wickelrock oder einen geschneiderten Rock, der sehr hinterteilsbetont ist, und mit dem man kaum laufen kann, nur so ne Tippelschritte (ich rede aus Erfahrung, da ich selber auch schon 2 solche „Kostümchen“ habe&hellip. Das Oberteil ist aus dem gleichen Stoff und auch sehr eng zurechtgeschnitten, sodass  ein JEDER sehen kann, was man hat oder auch nicht hat, jedoch  ist es aber nicht weit ausgeschnitten. Ich hab zu Henriette gesagt, dass ich diese Kleidung nur zur Kirche anziehen möchte, weil ich damit nicht Radfahren kann- puh, Glück gehabt!

Die Männer haben oft eine Schnurrbart und so ein kleines Ledertäschchen (à la Bernhard J– das ist mein Cousin), und Goldkettchen sind auch „in“. Nun zur Kleindung: Entweder tragen sie auch aus diesem bunten Stoff ein Ober- und Unterteil oder andere Varianten. Variante 1 sieht meistens ein wenig „pyjamamäßig“ aus. Als 2. Variante gibt es Baumwollplastegemischhosen, die Bügelfalten in der Mitte und Hosentaschen bis zu den Knien haben. Solche Hosen trage ich auch für die Schule. Variante 3 ist das „Caesargewand“, was die Männer hauptsächlich im Haus tragen. Das ist auch aus diesem bunten Stoff und erinnert sehr an ein „Caesargewand“, weil es genauso geschnitten ist.

Man muss aber dazu sagen, dass ich hier echt aufm Land bin und in Cotonou das schon alles wieder ganz anders aussieht.  

Nun wisst Ihr über die Mode de la „Sous- Région“- so heißt hier das Gebiet- Bescheid! 

 

Stresst Euch nicht so mit dem Weihnachtsgeschenkeeinkauf und ich schick Euch mal wieder n großes Bündel voller Sonnenstrahlen!

12.12.07 18:27
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung