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Pädagogische Fortschritte

Und schon wieder ist eine Woche rum und meine Tage in Lokossa kann man schon an einer Hand abzählen.

 

Ich sehe dem ganzen mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Ich habe gestern während meiner Kurse gemerkt, dass mir die Lerner schon ans Herz gewachsen sind und dass es mir sehr Leid tut sie nun so im Ungewissen zu lassen. Ich kann ihnen ja nicht einmal den Trost geben, dass da irgendwann irgendjemand nach mir kommt… So rede ich mich dann immer ein wenig raus, was mir aber eher schlecht als recht gelingt. Naja, ich versuch noch möglichst viel meinen Lernern mit auf den Weg zu geben und hoffe, dass sich da doch noch irgendeine Möglichkeit auftut, dass sie weiter unterrichtet werden.

 

Einige Erfolge kann ich schon verzeichnen: Spiele Spielen klappt nun hervorragend und sie haben auch wirklich Freude dran- ich aber auchJ! Sie lernten aber auch viel und sind total motiviert. Ihre Scheu vor dem Sprechen verloren meinen Schüler, doch ich weiß, dass wir zu wenig geschrieben haben, weil ich so gut wie nie Hausaufgaben aufgegeben. Dialoge schreiben ist immer noch ein wenig kompliziert, aber auch im Werden. Die Gruppendynamik ist meistens in den Klassen recht gut, die Schüler lernen eher miteinander, als dass es zu einem Konkurrenzkampf wird. Ich bemerkte, dass die Lerner nicht gegenseitig ihre Namen kannten, doch mittlerweile sind unter ihnen Freundschaften entstanden und sie besuchen sich nun auch gegenseitig, wenn ein Lerner krank ist. Das passiert hier häufig, Malaria und Co.

Leider sind wir nicht so weit aus vielerlei Gründen im Lehrbuch gekommen. Einerseits musste ich des Öfteren Klausuren und Tests mit ihnen schreiben oder die Lernern kamen aus den verschiedensten Gründen nicht zum Unterricht. Andererseits schob ich immer mal eine Extralektion ganz nach Interesse der Lerner ein, z.B. ging ich mit ihnen auf den Markt oder frühstückte „auf Deutsch“ mit ihnen. Dennoch haben wir etwa ein Drittel des A1- Niveaus miteinander bewältigt. Das ist schon ok und entspricht auch ungefähr dem hiesigen Lehrplan, der sich aber natürlich nicht an den „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen“ richtet, was ich jedoch tat.

Im großen und ganzen kann man sagen, dass wir, also die Lerner und ich, die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden und uns echt gut eingespielt haben Wie ich jetzt meinen Unterricht aufzubauen habe, sodass sie mir gut folgen können, haben ich nun ganz gut drauf und auf beiden Seiten ist da eine Bereicherung und Freude am Lernen bzw. Lehren zu merken.

 

Wie kann man sich die Kurse vorstellen? Wir bildeten eine Runde, sodass sich die Lerner gegenseitig angucken können und ich saß meistens mit bei ihnen am Tisch. Das wirkte sich echt gut auf die Atmosphäre des Kurses aus. Die Lerner verbessern sich auch gegenseitig und erklären sich auch gegenseitig einige Dinge. Das ist echt schön zu sehen, wie langsam etwas von Lernerautonomie zu merken ist, was ja anfangs so gar nicht der Fall war.

Anfangs reden wir kurz übers Wohlbefinden und spielen in den ersten 10 Minuten ein didaktisches Spiel, was zum Unterricht passt. Das sind meistens irgendwelche „Schnipselspiele“, die ich mir ausgedacht habe. Ich bereite den Kurs so vor, dass die Lerner möglichst wenig Kopien benötigen und das klappt recht gut. Man wird mit der Zeit einfallsreicher.

 

Na gut, das Wochenende gucke ich mir mal das Goetheinstitut in Lomé, Togo an und werd mich da mal „inspirieren“ und mit Literatur eindecken lassen. Ab Februar bin ich dann ne richtige Cotonouoise und nicht nur so eine, die da ihre Wochenenden verbringt! Ich freu mich drauf, obwohl ich da sooo viel Arbeit habe…Hausarbeiten verfolgen mich sogar bis nach AfrikaL!

 

25.1.08 08:38
 


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